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Quantified Self- Wearables & Co.

Der zweite Gesundheitsmarkt boomt. Findige Unternehmen haben diesen Markt für Ihre neuen vernetzen Health-Devices und Wearables entdeckt.

Treiber der Entwicklung sind Menschen, die gesünder und sportlicher leben wollen. Schritte und Kalorien zählen ist moderner denn je. Smarte tragbare digitale Geräte sind dabei wichtigster Helfer für diese Menschen.

Wearable Devices sind Kleinstcomputer oder Sensoren, die in Kleidungsstücke, Accessoires oder medizinische Hilfsmittel eingearbeitet sind und im oder am Körper getragen werden können. Ob es also das Handy ist, eine Smart-Watch oder mit Sensorik versehene Kleidung, der Markt ist rießig. Der weltweite Absatzmarkt für entsprechende Geräte wird sich laut Statista 2019 von 115,4 Millionen (2017) auf rund 190 Millionen bis 2022 erhöhen (Quelle: statista) .

So stellte Apple im September 2019 seine neusten iPhone Modelle vor sowie die vierte Serie der Apple Watch. Neuestes Feature: Eine 1-Kanal-EKG Messung. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte den neuen Herzfunktionen schon ihr O.K. gegeben. Zudem kann die Uhr ein Hinfallen des Trägers erkennen und mit der SOS-Funktion ein Notruf ausgelöst werden.

Menschen werden also zunehmend zu eigenverantwortlich handelnden Gesundheitskunden und sie profitieren von datenbasierten, individuell auf sie zugeschnittenen Angeboten und Lösungen. Die Nutzung von Self Tracking-Apps und -Geräten erreichte laut einer Studie der Dr. Grieger & Cie. Marktforschung aus 2016 bei den 20 bis 29jährigen bereits 39 Prozent. Das ist der höchste Wert aller Altersgruppen. Frauen tracken ihre persönlichen Daten etwas häufiger als Männer. Insgesamt erreichte die Quantified Self-Bewegung damit bereits 21 Prozent der Gesamtbevölkerung (Quelle: Splendid Research).

Diese Daten gilt es zukünftig natürlich auch im Gesundheitswesen  zu Diagnostik und Beratung zu nutzen. Der Vorteil dieser Daten,  sie werden über eine lange Zeitspanne gesammelt und können damit eine hohe Aussagekraft haben. Die Frage ist nur: Wie kommen die Daten in die Arztpraxis oder in das Krankenhaus? Wie stehen unsere Mediziner zu diesen Daten?

 

Wie ist Ihre Meinung dazu? Wie stehen Sie zu diesen Self-Tracking Daten? Haben Sie dafür schon Lösungen?

2 Kommentare

  • Self-Tracking hat einen doppelten Hebel: präventiv und curativ
    Seit dem ich meine Smart-Watch habe, messe ich meine Aktivitäten und schaue zwischendurch auf die erfassten Zwischenstände. Obwohl ich mich viel bewege und sportlich relativ aktiv bin. Die selbstgesteckten Ziele einzuhalten ggf. auch auszuweiten, spornt an. Das ist der präventive Teil. Wenn diese Langzeitdaten bei Erkrankungen mit in die Diagnostik einfließen würden, dann würde das sicher helfen. Die Daten sind exportierbar und versendbar. Nur wohin? Das wäre ja die einfachste Form, den Ärzten die Daten zur Verfügung zu stellen. Auch unabhängige Anbindungen an Gesundheitsakten fehlen weitestgehend. Dafür wäre ein Datenaustauschformat wichtig, das es meines Wissens nicht gibt.

    Ebenso wäre es hilfreich, Sport- und Aktivitätenprogramme aus der Physiotherapie oder dem Gesundheitstraining auf die Smart-Watches und andere Wearables zu übertragen, damit das Therapieprogramm nicht nur auf dem Papier mitgegeben wird. Die Sensorik kann dann die richtigen Bewegungsabläufe ebenso überwachen und auf ggf. notwendige Korrekturen hinweisen. Oder aber auch bei zu hohen Herzbelastungen rechtzeitig warnen. Und vieles mehr ist denkbar. Dann muss Bewegung und Gesundheitstraining nicht mehr unbedingt indoor angeboten werden sondern kann auch dezentral, quasi ambulant erfolgen. Gerade in der Fläche ein interessanter Ansatz.

    • Claudia Möller sagt:

      Super Ansatz!
      Hallo Herr Eisenreich, danke für Ihre wertvollen Gedanken.

      Auch ich habe eine Uhr mit der ich meine sportlichen Aktivitäten tracken kann. Spannend… meine Uhr zeigt z. B. beim laufen an, mit welchen Bein ich mich mehr abstoße bzw. welches ich „mehr“ nutze. Nach einer schon vorhandenen Knieschädigung bin ich Anfangs ohne Uhr gelaufen. Nachdem ich dann die Uhr hatte, konnte ich sehen, dass ich mein „gesundes“ Bein beim Laufen ca. 10% mehr belastete als das andere. Ich hatte mir unbewusst eine Schonhaltung angewöhnt. Heute habe ich eine sehr gute beidseitige Balance, da ich aktiv darauf achte.

      Nicht jeder braucht alles. Aber ich bin davon überzeugt, dass solche Wearables auch einen hohen Mehrwert für die Gesundheitsförderung und Therapie leisten können.

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